Thin Blue Line


 

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Dies ist ein "Spin off" des Blogartikels "Zeichen und Symbole"

Die "dünne blaue Linie" ist eine Eigendarstellung amerikanischer Polizisten in blauen Uniformen als Schutzwall zwischen der Gesellschaft und dem Verbrechen. Als Emblem in Schwarz-Blau soll sie an die im Dienst getöteten Polizisten erinnern. Eine historische Darstellung über die Entwicklung der Thin Blue Line findet sich in einem Artikel bei Wikipedia, der auch die Problematik in der Nutzung aufzeigt. Während die deutsche Wikipedia die Anfänge  der Blue Thin Line als erste Erwähnung ins Jahr 1962 nach Großbritannien verortet, nennt die englische Wikipedia als erste Nutzung des Begriffes die Fernsehsendung des Los Angeles-Polizeichefs William Parker, der eine wöchentliche Fernsehsendung bei einem örtlichen Kanal von NBC im Jahr 1952 initiierte. Artikel bei Wikipedia

Die Thin Blue Line ist in ihrer öffentlichen Nutzung durch Unterstützer der Polizei aber auch "White Supremacist"-Gruppierungen hoch umstritten. Der kleine Ort Hingham bei Boston in Massachusetts/ USA spaltete sich in zwei Lager, als die Feuerwehr zum Gedenken an einen ermordeten Polizisten ihre Fahrzeuge mit entsprechenden Flaggen schmückte. Bericht National Public Radio. Die New York Times berichtet über einen Fall in einem New Yorker Vorort District, der verbot die Thin Blue Line für seine öffentlichen Angestellten in einer Schule zu tragen, da sie auch mit der Blue Lives Matter-Bewegung in Verbindung gebracht würde. Über archive. Blue Lives Matter ist als Gegenbewegung zu den  Black Lives Matter-Protesten zu sehen. Wikipedia

Im Jahr 2015 wurde die Verwendung des Patches in einigen Polizeibezirken in Großbritannien verboten. The Times über archive

Um sich mit der Thin Blue Line zu zeigen, gibt es in den USA, aber auch in Deutschland diverse Merchandising und sogenannte "Tactical Patches", die von Polizisten an der Uniform getragen werden können. Paracord - handgeknüpfte Armbänder, Heldenfarben - Bekleidung und Patches auch für Feuerwehr und Rettungsdienste, PolizeiMemeShop, Polas - der offizielle Polizei-Ausrüster mit einem speziellen Login für GdP-Mitglieder.  

Bislang unbeachtet in deutschen Medien ist die Tatsache, dass einige der hochgerüsteten Kämpfer, die das Kapitol am 06.01.2021 überfielen, die Patches getragen haben. Die Verkaufsplattform ThinBlueLineUSA postete deshalb am 09.01.2021 ein Statement, in dem diese Männer verurteilt wurden. 


T-Online brachte zuerst am 08.01.2021 einen Bericht über militante Eindringlinge, die eventuell eine Geiselnahme geplant hatten. Der Mann auf dem Artikelfoto wurde im Laufe der Ermittlungen als Eric Gavelek Munchel aus Nashville identifiziert und am 10.01.2021 verhaftet. Bericht im Newschannel 5 aus Nashville. Im Artikel findet sich ein Tweet mit dem ersten irritierten Hinweis auf einen ThinBlueLine-Patch mit dem auch in Deutschland erhältlichen "Punisher"-Totenkopf. 

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Der Spiegel berichtet über John Scott-Railton (Twitter), der auf eigene Faust zusammen mit Usern im Internet versucht, weitere Täter zu identifizieren. Bebildert war der Artikel zunächst mit einem anderen Foto, auf dem ebenso ein Mann mit einem Thin Blue Line-Patch zu sehen war. 




In Deutschland verwendete Alice Weidel, Fraktionsführerin der AfD im Deutschen Bundestag im Jahr 2018 den Begriff in einem Gastkommentar bei der Jungen Freiheit und bezog sich hier auf respektlose Angriffe von Migranten und Asylbewerbern auf Polizisten. Seit Juni 2016 existiert eine Facebookseite Thin Blue Line Germany mit ca. 11.000 Abonnenten, eine zweite Seite Tactical Blue Line Germany seit Sommer 2020 mit etwa 3.000 Abonnenten. Beide Facebookseiten berichten neutral über Polizeiarbeit, die Seite Tactical Line setzt sich für privaten Waffenbesitz ein. Beide Seiten werden anonymisiert betrieben. 

Auf Twitter führen einige User den Hashtag #ThinBlueLine im Profil.

Dazu gehören der Bundespolizist Manuel Ostermann (Blogbeitrag), 




sein "Freund" Kristian Beara, bei CDU-JU-Mitglieder, wahrscheinlich auch beide Mitglieder in der Werte Union, 



sowie der Informatik-Student und JuLi David Best. 



Die private Homepage zur Unterstützung der Polizei "Polizist=Mensch" führt den Hashtag auf Twitter nicht, verlinkt aber diverse Shops, siehe oben. Im Oktober 2020 erscheint ein Blogbeitrag (über Wayback) zur Erklärung, da ein Polizist über ein Verbot in seiner Dienststelle berichtet hatte. Der Blogbetreiber Marcus Vogt zweifelt die "rechts-konservative Gesinnung" an.
 


Eine kurze (private) Anfrage bei der Gewerkschaft Polizei Grün ergab, dass zwar etliche Polizisten solche Statements im Dienst tragen würden, aber man dies auch kritisch sehen würde. Ein offizielles Statement auf Twitter gab es im Februar 2021, als die Berliner Polizei einen netten jungen Polizisten mit Lollies für Kinder bei Twitter postete. In der unteren Bildecke befindet sich ein kleiner blau-schwarzer Patch an der Schutzweste. 


Dazu die private Meinung des bekannten DPolG-Vertreters: 


Dienstvorschriften

Da Verbote interne Dienstvorschriften sind, gibt es nur wenige Hinweise, ob Patches wie die Thin Blue Line im Dienst und an der Uniform verboten sind. 

Laut der B.Z. vom Oktober 2020 sind private Patches bei Berliner Polizisten komplett verboten.

Der Tweet und das Foto führen zu einer Anfrage der Grünen June Tomiak an den Berliner Senat, die mit "man habe es auf dem Foto nicht gesehen" beantwortet wird. Bericht in der taz

Saarland: "Flugblatt" der GdP Saarland - Die GdP ließ 2019 kostenlose Patches verteilen, das Tragen an der Uniform wurde vom Innenministerium verboten. 

Von der Berliner Sektion an Polizisten verteilt. 



Sachsen: Artikel von Mannheimer Morgen hinter der Paywall, Anriss bei Google. 



Im April 2021 berichtet die taz von einem Hamburger Sicherheitsunternehmen, das den Patch mit dünner blauer und roter Linie auf dem Hamburger Wappen führt. Die Männer und Frauen treten uniformiert wie polizeiliche BFE-Einheiten auf, was bei Corona-Kontrollen am Alten Elbtunnel zu Beschwerden geführt haben soll. Die Firma findet sich bei Facebook, Stellenanzeige.











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